Interview mit Jürg Marugg!

Das Interesse am Langlaufsport  ist in der letzten Vergangenheit deutlich gestiegen und wird es auch in Zukunft. Immer mehr wintersportbegeisterte Leute unternehmen einen Versuch auf den schmalen Latten oder schreiben sich zu einem Langlaufkurs ein. Mit der steigenden Nachfrage sind plötzlich Skilehrer mit Langlaufkenntnis in den Skiregionen gefragt. Aus diesem Grund stellt Bernina Sport mit seiner integrierten Langlaufschule dem schweizerischen Ausbildungsverband (Swiss Snowssport) einige Fragen zur Ausbildung. Als Vertreter und Hauptverantwortlicher der Langlaufausbildung von Swiss Snowssport beantwortet Jürg Marugg unsere Fragen.

Bernina Sport: Wie sieht die Ausbildung zu Langlauflehrer in der Schweiz aus?

Jürg Marugg: Die Ausbildung ist dreistufig und modular aufgebaut. Die höchste Ausbildungsstufe ist der Schneesportlehrer mit eidgenössischem Fähigkeitsausweis. Man investiert für die Ausbildung mindestens  zwei Winter. Die Ausbildungskosten belaufen sich auf rund 7000.- Franken. Dies inklusive der finanziellen Unterstützung der schweizweiten Fachschulvereinbarung.  http://www.snowsports.ch/de/ausbildung/ausbildungskurse.html

Bernina Sport: Welche Qualitäten braucht ein Langlauflehrer?

Jürg Marugg: Freude am Langlaufen, Begeisterungsfähigkeit, Motivator und Menschen mögen sind sicher wichtige Bestandteile für einen guten Langlauflehrer. In der Ausbildung von Snowssports werden die Kompetenzen, Fach, Methodik, Sozial und Pädagogik stark gefördert. Aber schlussendlich liegt es am Lehrer selber seine Neugier langanhaltend zu stimulieren und fortlaufend nach neuen Erkenntnissen Ausschau zu halten.

Bernina Sport: Findet man als Langlauflehrer Arbeit?

Jürg Marugg: In der Schweiz existieren rund 55 Langlaufschulen die geschätzt rund 200 Lehrer beschäftigen. Klar, manche Lehrer arbeiten nur für einen bestimmten Event oder vielleicht noch an Wochenenden durch den Winter hindurch. Langlauflehrer die während der Wintersaison hauptberuflich den Job ausüben sind eine kleine Truppe. Ich glaube aber, dass die Anzahl in den nächsten Jahren weiterhin ansteigen wird. Also, man kann als Langlauflehrer arbeiten.

 

Bernina Sport: Wie sieht eine Langlaufschule in der Zukunft aus?

Jürg Marugg: Isolierte Langlaufschulen werden in der Zukunft immer rarer sein. Das heisst, die Langlaufschulen werden zum Beispiel in Kombination mit  einem Sportgeschäft  oder  eines Hotels betrieben. Aus diesen Vernetzungen entstehen konstruktive Synergien, aus  welchen sich wiederum sehr gästefreundliche Angebote   entwickeln. Die Schulen können somit ganzjährig betrieben werden und mit nahenstehenden Sportarten ein Rundum-Paket schnüren; dabei sind sie auch offen, den neuen Gäste-Bedürfnissen gerecht zu werden.

Bernina Sport: Wie muss denn ein Langlaufkurs aussehen, dass Du dich anmelden würdest?

Jürg Marugg: (lacht) Als ambitionierter Hobby-Langläufer suche ich nicht den „klassischen“ Einsteiger Langlaufkurs. Erstens muss mich die Schule verführen, im Sinne, mit einem“ Spezial“ Angebot auf sich aufmerksam machen. Zweitens: ein kompetenter LehrerIn soll den Unterricht auf einem physisch und technisch ambitionierten Niveau leiten und mich auf meine Defizite und Stärken meiner Technik aufmerksam machen. Drittens wünsche ich mir noch neue innovative Anstösse, Verbesserungen und Tipps die z.B. ein Aha – Erlebnis auslösen.

Bernina Sport dankt Dir Jürg für das Gespräch.