Bernina Sport startet eine Serie von Berichten in Form von Interview mit den Profis Curdin Perl (Weltcup Athlet) und Felix Dieter, um Dir das Thema Langlauftraining, Vorbereitung und Langlaufmaterial näher zu bringen. Sie richten ihre Antworten auf leistungsorientierte Sportler und ambitionierte Hobbyläufer aus. Wir erhoffen uns lebendige, spannende und informative Ratschläge für Dich daraus.

Bernina Sport (BS): Curdin, die Wintersaison ist vorbei, die Wettkämpfe sind alle bestritten, was machst du jetzt genau im Training?

Curdin Perl (CP): Ab dem ersten Mai beginnt für mich wieder das Training für die kommende Saison. Weil wir einen so außerordentlichen Winter im Engadin hatten habe ich den ganzen April auf Ski ausgenützt und bin sogar noch Ende April einen Volkslauf in Norwegen gelaufen (Anmerkung BS: 3.Rang Skarverennet in Norwegen). Ich habe also schon mit meinem Grundlagetraining angefangen.

Felix DIETER (FD): Der Winter ist endgültig zu Ende. Jetzt kommt die Zeit etwas unbeschwerter an die Sache zu gehen. Sich eine moderate Anpassungszeit zu gönnen für die verschiedenen Sportarten die man im Winter zurückstellte und jetzt im Sommer wieder praktizieren möchte. Man beginnt z.B. mit kurzen Lauftrainings von höchstens 30 – 40 Minuten während den nächsten 2 Wochen und steigert dann kontinuierlich die Laufzeit auf die gewünschte Einheitszeit an.

BS: Was wird denn inhaltlich genau trainiert?

CP: Im Frühling konzentriere ich mich auf die aerobe Grundlage. Ich trainiere lange langsamere Einheiten, die anfänglich sogar nicht langlaufspezifisch sein können. Das heisst, ich setze mich im Frühling öfter aufs Rennrad oder lieber noch aufs Bike. Für eine Skitour kann ich mich natürlich jederzeit motivieren. Als Pflichtprogramm schaue ich eher das Krafttraining mit Gewichten an, weiss aber, dass es ohne auch nicht gehen würde, darum Kopf hoch und durch!

FD: Wie schon Curdin erwähnte, stellt das aerobe Ausdauertraining den Löwenanteil. Das Krafttraining, je nach Leistungsklasse, dient für mich vor allem als Prävention vor Verletzungen und Überbelastung und ist somit ein enorm wichtiger Bestandteil in der ersten Phase des Vorbereitungstrainings. Nebst den klassischen Trainingselementen fliessen natürlich die evaluierten Punkte aus der Saisonauswertung (physische Schwachpunkte, muskuläre Defizite und Disbalancen, Überbelastungen, Verletzungen,etc.) in das Programm ein. Im Mai sollte man auch seine Aktivitäten nach eigenen Ideen gestalten – sich aber einen möglichst grobmaschigen Plan zu recht legen. Geniesst nebst dem Frühling auch das spontane freie Sporttreiben ein wenig!

BS:  Wie viel Zeit investierst du ins Training?

CP: Uff, (tief seufzend) mit dem Schneefrühling im Engadin bin ich leicht auf 80 Stunden im April gekommen. Den Mai plane ich im gleichen Rahmen.

FD: Den Hobbyläufer empfehle ich den Frühling im gleichen Rahmen wie das ganze Jahr zu gestalten. Die Gefahr von einem Übertraining oder Überbelastung ist ziemlich gering. Einfach aufgepasst mit den saisonalen Sportarten, denn der Bewegungsapparat und die Muskulatur brauchen ihre Gewöhnungszeit. Die Leistungssportler die ihre Jahresstunden steigern möchten, ist Mai für mich nicht der Monat in dem man „spinnen“ sollte. Für mich ist eine Steigerung zum Vorjahr von höchstens 5% das Maximum aller Dinge. Klar: geht man auf eine lange Veloreise, auf einen Kanu Trip oder viel Skitouren laufen, sind die anfallenden Stunden anderes zu bewerten, wie wenn man zu Hause Laufeinheiten und Krafttraining absolviert.

Trainingstipp Bernina Sport: Bei einem auswärtigen Besuch bei Freunden/Familie nutzt doch die Reise für ein Training, so macht ihr mal etwas ausserhalb von eurem normalen Trainingsgebiet. Ein Wochenende am Bodensee kann zB mit einem Uferlauf kombiniert werden oder ein Besuch in Zürich mit einer R