„Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg.“ (Lao-tse, chinesischer Philosoph) So mancher Sportler kennt wohl das Gefühl orientierungslos unterwegs zu sein. Das gesteckte Ziel nicht zu erreichen oder auf halben Wege stehen zu bleiben. Wie viele halten an einer Trainingsroutine fest oder kopieren irgendwelche Creaks in ihrem Umfeld. Da überrascht einem die Tatsache nicht, dass so mancher Sporttreibender dauernd verletzt, unmotiviert oder frustriert das Sportgerät an den Nagel hängt.
Egal wie der Ausgangspunkt des einzelnen Sportlers ist, um seinen Wunsch umsetzten zu können ist eine konkrete und detaillierte Zielvereinbarung von grossem Nutzen.
Da hilft einem manchmal ein Blick über den Gartenzaun hinaus, um ein geeignetes Hilfsmittel zu finden. Die SMART Zielsetzungsmethode  stellt einen Feinraster dar, der uns Sportlern bei unserer Zieldefinierung sehr hilfreich sein kann. Es geht nicht darum irgendwelche Formulare auszufüllen, sondern sich konkrete persönliche Gedanken zur Umsetzung seines Zieles zu bündeln.

Was ist SMART?


Führen durch Zielvereinbarung. Eine Methode aus der Betriebswirtschaft zur Führung von Mitarbeitern eines Unternehmens, die 1955 von Peter Drucker entwickelt wurde. SMART ist ein englisches Akronym für:


• S – specific – spezifisch (klare Zielbeschreibung)

• M – measurable – messbar (klare Vorgaben)
• A – accepted – akzeptiert, attraktiv, erreichbar
• R – realistic – realistisch, relevant (umsetzbar)
• T – time-base – terminiert (klares Zeitlimit)

Spezifisch
Konkret, eindeutig und präzis soll das Ziel formuliert werden. Denn das Ziel ist kein vager Wunsch.
Messbar
Um den Erfolg eines Zieles zu prüfen, sollte das Ziel messbar definiert werden oder klar  erreichbare Meilensteine aufweisen. Die Frage; woran genau merke ich, dass ich das Ziel erreicht habe?
Attraktiv, aktionsorientiert
Aktions-orientiert, positiv und bestenfalls mit einer Note von Vorfreude soll das Ziel formuliert werden. Wenn  Dir das Ziel widerstrebt ist die Wahrscheinlichkeit gross es nicht zu erreichen.
Realistisch
Um vorprogrammierten Frust auszulassen soll das Ziel erreichbar sein. Es darf ruhig hochgesteckt sein, aber es sollte dich nicht überfordern und erreichbar sein.
Terminiert
Zu jedem Ziel gehört ein klarer Termin, bis wann das Ziel oder Teilziel erreicht werden soll. Es besteht sonst die Gefahr, dass man es vor sich her schiebt.

Fallbeispiel:
Eine Person konsultiert den Privat Coach um mit dem Laufen anzufangen.

Coach (C): Was stellst du dir vor?
Sportler (S): Ich möchte anfangen zu laufen.
C: Was willst du denn mit dem Laufen erleben?
S: Weil ich mich endlich in Form fühlen möchte. Ich möchte meinen Alltag  agiler und fitter gestalten.
C: Wieviel mal kannst du dir Zeit für das Laufen in der Woche nehmen? Stell dir eine stressige Woche vor, bevor du  mir eine Antwort gibst.
S: Dreimal mal maximal eine Stunde in einer Woche.
C: Ok. Vereinbaren wir für die erste Phase 3 x in der Woche 20 Minuten Joggen. Wie willst du dich organisieren?
S: Ich werde an meinen Freitagen gerade nach dem die Kinder in die Schule gegangen sind meine Einheiten absolvieren.
C: Hast du denn schon eine geeignete Strecke?
S: Ich glaube schon. Da gibt es einen ziemlich flachen Rundkurs im Wald gerade oberhalb meines Wohnquartiers.
C: Ok, glaubst du denn, dass du die Strecke am Stück joggen kannst?
S: Nein unmöglich. Für das reicht meine Ausdauer nicht.
C: Also, absolviere zuerst einmal eine Rund auf deiner Strecke und nimm dir dabei die Zeit, die du brauchst. Wie du die Runde machst entscheidest du. Strenge dich aber nur so fest an, dass du jederzeit noch sprechen kannst. Notiere dir bitte die benötigte  Zeit  in deiner Agenda.
S: Ok. Das werde ich morgen machen
C: Beim nächsten Training versuch dann eine Minute zu joggen und anschließend 2 Minuten zügig zu gehen. Jogge  so schnell, dass du gerade noch ganze Sätze sprechen kannst, gleich wie beim 1.Test. Diesen Rhythmus spielst du   dann 20 Minuten durch.

S: Ich wiederhole ob ich alles verstanden habe, einverstanden? Mein Ziel ist: Ich nehme beim ersten Mal die Zeit, die ich brauche. Danach werde ich dreimal in der Woche 20 Minuten mit dem Rhythmus 1:2 laufen. Die Geschwindigkeit  kontrolliere ich mit dem Sprechen. Nach drei Wochen werde ich nochmals eine Runde laufen und die Zeit messen. Stimmt das?

C: Super, wir sehen uns wieder in drei Wochen und evaluieren das Training und versuche daraus das nächste   „smarte“ Ziel zu formulieren.

Stell Dir selber die Frage, ob deine Ziele im Sport wirklich smart formuliert sind. Es lohnt sich dafür die Zeit zu nehmen. Je mehr Fragen man sich im Vorfeld beantwortet, umso kristallklarer erscheint einem der Weg zum Ziel. Dadurch ist der Erfolg nicht  nur abhängig von der eisernen Disziplin, sondern es ergeben sich kleine Schritte, welche man für seine geplante Strecke zurücklegen muss.

Viel Spass, wünscht Dir das Bernina Coaching Team!